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31.07.2016

Von links: Daniel Rubin, Marc Zellhöfer, Patryk Kosiniak (Foto: Wiessmann) - Klare Angelegenheit
Von links: Daniel Rubin, Marc Zellhöfer, Patryk Kosiniak (Foto: Wiessmann)

Klare Angelegenheit

Mit Saisonsieg Nummer drei hat Marc Zellhöfer (Motorrad Pedack) im Titelkampf wichtige Punkte gutgemacht. Der Fürther siegte am Schleizer Dreieck souverän vor Daniel Rubin (Schwanau, Motorrad Rubin) und Patryk Kosiniak (Tarnow, Artman Racing Zweirad Schüller). Der Pole führt nach fünf von acht Rennen zwar nach wie vor die Gesamtwertung an, allerdings beträgt sein Vorsprung auf Zellhöfer nur noch fünf Punkte.

Vor der wie immer in Schleiz prächtigen Zuschauerkulisse lieferte Marc Zellhöfer am Wochenende eine bärenstarke Vorstellung ab. Bereits im Training hatte der 18-jährige Franke dominiert und seine erste Pole Position eingefahren. Im Rennen setzte Zelli mit einem klaren Start-Ziel-Sieg noch eins drauf. "Dabei hätte ich fast den Start verhauen. Ich musste die Kupplung noch einmal ziehen, konnte aber trotzdem nach der ersten Kurve die Führung übernehmen und mich gleich ein paar Meter absetzen. Eigentlich habe ich mich immer safe gefühlt, allerdings gab es neben der Ideallinie noch etliche feuchte Stellen und wenn Du dich einmal verbremst und aufs Nasse kommst, kann das Rennen schnell vorbei sein. Es war heute vielleicht nicht ganz so spannend für die Zuschauer, aber mir hat’s gefallen", freute sich Zellhöfer. Er hat nun auch seinen Vater Gerhard übertroffen, der zwei Cup-Siege auf dem Konto hat und 1989 Vize-Meister wurde.

Spannung pur gab’s im Kampf um den zweiten Platz zwischen Daniel Rubin und Patryk Kosiniak. "Ich bin am Start gut weggekommen, war aber in der ersten Kurve etwas zu vorsichtig", räumte Rubin ein. Auf der weitgehend abgetockneten Strecke war speziell diese erste Kurve heikel, denn dort war anfangs nur eine Linie trocken. "Kosa tauchte innen auf und Zelli ging an uns beiden aussen vorbei. Ich habe lange gebracht, um Kosa zu überholen, drei Runden vor Schluss hat es dann Ende Start-Ziel gepasst. Ich rechnete mit einem Gegenangriff, deshalb war ich erstaunt, dass ich am Ende über zwei Sekunden Vorsprung hatte."

Tabellenführer Patryk Kosiniak klagte das ganze Wochenende über mangelnden Grip am Hinterrad. "Ich war hier im Vorjahr schneller, aber wir haben einfach kein perfektes Setup gefunden", grübelte der 27-jährige Pole. "Im Rennen wollte ich anfangs das Tempo von Marc mitgehen, dabei war ich mehrfach in Sturzgefahr und habe mich am Ende mit dem dritten Platz begnügt. Ich bin aber zuversichtlich, dass es in Assen wieder besser läuft." Hinter diesem Duo erlebten die Zuschauer einen spannenden Vierkampf, bei dem Timo Kugler (SUI-Rebstein, Meggle Kugler Racing) im Ziel knapp die Nase vorn hatte. Doch das war ein hartes Stück Arbeit: "Ich war schon nach der ersten Kunde Vierter, merkte aber schnell, dass ich dem Führungstrio nicht folgen konnte. Dafür bekam ich von hinten permanent Druck. Andi war zweimal kurz vorbei, ich konnte aber gleich wieder kontern und bin mit dem vierten Platz glücklich", schilderte der 18-jährige Schweizer.

Platz fünf erkämpfte sich Dominik Rubin (Schwanau, Motorrad Rubin Racing Team), der Bruder von Daniel. "Beim Start und in der kniffligen ersten Kurve lief alles sehr diszipliniert ab, wie eigentlich immer in dieser Saison. Ich bin die ersten Runden mit Kopf gefahren, weil es schon noch etliche nasse Flecken gab, dadurch war ich anfangs nur Achter. Das wollte ich so nicht stehen lassen. Drei Runden vor Schluss konnte ich Andi überholen. Ich war auch etwas schneller als Timo, aber das Risiko für eine ernsthafte Schlussattacke war mir dann doch zu groß."

Andreas Klambauer (Tragwein, Zweirad Meggle Team KR) haderte mit den Streckenverhältnissen. "Auf der Zielgerade lag links viel Bindemittel von einem Motorplatzer im Warmup der Superbike-Klasse. Dadurch hatte ich beim Start viel Wheelspin. Bis zur drittletzten Runde war ich Fünfter, dann habe ich leider noch einen Platz an Domi eingebüßt", erklärte der Österreicher.

Für Dennis Norick Stelzer (Pirna, Fuhrmann Motors) als 15-jährigen Rookie ist Platz sieben zwar aller Ehren wert, ganz glücklich war der ehrgeizige Youngster trotzdem nicht, schließlich war er nach dem Training Vierter und hielt bis zur Rennmitte Platz fünf. "Da die Strecke vor Start teilweise noch feucht war, hatten wir das Setup am Grid noch etwas geändert. Das erwies sich am Ende leider als Nachteil", verriet Stelzer.

Eine weitere Kampfgruppe machte die Plätze acht bis zehn unter sich aus. Dabei profitierte sie vom Ausfall Christof Höfers (Reiskirchen, Team Bergau ZZF), der in der letzten Runde als Achter stürzte. Den Platz erbte so Jan Viehmann (Hünfelden, HAAS-MOBIKES): "Jan Schmidt und Leon Langstädtler haben im letzten Renndrittel ordentlich Druck gemacht. Jan war auch mehrmals vorbei, ich konnte aber wieder kontern", freute sich Viehmann über sein bislang bestes Ergebnis.

Jan Schmidt (Büdingen, Motorrad BS) hatte am Start einige Plätze eingebüßt, dann aber zügig aufgeschlossen. "Kurz vor Schluss konnte ich einen Highsider gerade noch abfangen, daraufhin habe ich mich mit der Platzierung zufrieden gegeben." Leon Langstädtler (Idstein, Langstädtler powered by ZZF) kam einen Wimpernschlag dahinter als Zehnter über den Zielstrich: "Unser Ziel für dieses Jahr lautete Top-Ten. Das konnte ich bislang bei allen fünf Rennen umsetzen", bestätigte Leon wenige Tage vor seinem 18. Geburtstag den Saisonplan.

Die weiteren Punkteränge belegten Michael Götz (Hadamar, HAAS-Romero), Toni Thurmayer (Stockstadt, Motorrad BS), Reto Wiederkehr (SUI-Thun, Romero), Jan Mohr (AUT-Hohenems, Motorradhaus Gruber) und Patrick Heuberger (SUI-Uttwil, EventUnion-Harder).

Punktestand nach 5 von 8 Rennen: 1. Patryk Kosiniak (106 Punkte), Marc Zellhöfer (101), 3. Daniel Rubin (82), 4. Andreas Klambauer (62), 5. Timo Kugler (45), 6. Dominik Rubin (43), 7. Dennis Norick Stelzer (41), 8. Christof Höfer (39), 9. Toni Thurmayer (31), 10. Leon Langstädtler (29)


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